Page 9 - Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Juni 2026
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WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Abbildung 3: Transösophageale Echokardiographie nach Implantation
des EVOQUE™-Systems mit deutlich reduzierter Trikuspidalinsuffizienz
Abbildung 2: Intraprozedurale fluoroskopische Aufnahme während der und lediglich geringfügigem Restfluss.
Implantation der EVOQUE™-Trikuspidalklappe.
Betreuung eine kontinuierliche klinische Einschätzung entlang Die Pflege leistet hierzu durch kontinuierliche klinische Beob-
des gesamten Behandlungsprozesses. achtung und Integration der Befunde in den Behandlungspro-
Die Versorgung erstreckt sich vom Herzkatheterlabor über die zess einen entscheidenden Beitrag.
Intermediate-Care-Station bis zur Normalstation. Dabei über-
nimmt die Pflege eine zentrale Rolle in der frühzeitigen Erken- Ausblick
nung und Einordnung klinischer Veränderungen sowie in der
interprofessionellen Kommunikation. Der Transkatheter-Trikuspidalklappenersatz ergänzt das Spekt-
In der postinterventionellen Phase steht insbesondere die früh- rum katheterbasierter Therapien bei schwerer TI erheblich. Für
zeitige Detektion einer rechtsventrikulären Dekompensation Hochrisikopatienten, die für eine operative Behandlung nicht
im Fokus. Klinische Veränderungen wie eingeschränkte Perfu- infrage kommen, stellt er eine vielversprechende Alternative dar.
sion, reduzierte Belastbarkeit oder Vigilanzminderungen sind Mit diesem First-in-Man-Fall aus Mecklenburg-Vorpommern in
dabei häufig früher erkennbar als apparative Parameter. Zusammenarbeit mit den Vivantes Kliniken aus Berlin unter der
Auch im weiteren Verlauf auf Intermediate-Care- und Normal- Gesamtleitung von Univ.-Prof. Dr. med. H. Ince konnte weltweit
station bleibt die kontinuierliche klinische Beobachtung ent- erstmals die erfolgreiche Implantation des EVOQUE™-Systems
scheidend. Neben der Beurteilung von Stauungszeichen und bei einem Patienten mit ARVC dokumentiert werden. Dies mar-
Belastbarkeit umfassen pflegerische Kernaufgaben die Mobili- kiert einen bedeutenden Fortschritt für die interventionelle Kar-
sation, Punktionskontrolle sowie die Rhythmusüberwachung. diologie in unserer Region und besitzt internationale Relevanz,
Insgesamt zeigt sich, dass die Patientensicherheit nach Trans- da der Fall weltweit Beachtung findet und neue Perspektiven für
katheter-Trikuspidalklappenersatz wesentlich von der frühzei- die katheterbasierte Trikuspidalklappentherapie eröffnet. Ent-
tigen Erkennung hämodynamischer Veränderungen abhängt. scheidend ist dabei die enge interprofessionelle Zusammenar-
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