Page 10 - Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Juni 2026
P. 10

AUS DER KAMMER
       WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG




           beit des gesamten Behandlungsteams, um eine optimale Ver-  Zukünftige Studien und die Langzeitbeobachtung dieser Pati-
           sorgung dieser komplexen Patientengruppe sicherzustellen.   enten sind entscheidend, um Sicherheit, Wirksamkeit und Op-
           Zusammenfassend wurde unser Patient aus einem weit ent-  timierungspotenzial des TTVR weiter zu evaluieren und die
           fernten Bundesland nach Berlin überwiesen und im Rahmen   patientenspezifische Therapie weiter zu verbessern.
           der bestehenden Kooperation schließlich erfolgreich in Ros-
           tock behandelt. Gerade dieses Beispiel verdeutlicht den klini-                      Korrespondenzadresse:
           schen Mehrwert der Zusammenarbeit zwischen unserer Uni-                     Dr. med. Jonas Michael Bodanowitz
           versitätsmedizin Rostock (UMR) und den Vivantes Kliniken.   Department of Cardiology, Universitätsmedizin Rostock,
           Die zukunftsgerichtete erfolgreiche Bundesländer-übergreifen-                  Schillingallee 36, 18057 Rostock,
           de Kooperation hat in den vergangenen elf Jahren maßgeblich   E-Mail: JonasMichael.Bodanowitz@med.uni-rostock.de
           dazu beigetragen, dass sich die Kardiologie der UMR zu einer
           national und international anerkannten Einrichtung entwickeln                                      Literatur:
           konnte. Diese Entwicklung wäre ohne die kontinuierliche und
           verlässliche Unterstützung durch die wesentlichen Entschei-
           dungsträger der Universitätsmedizin Rostock und den Vivantes
           Kliniken nicht möglich gewesen.




       LESERBRIEFE


           Leserbrief



           zum Artikel „Ökonomisierung der ärztlichen Berufstätigkeit“, Ausgabe 4/26, S. 130


           Das Spannungsfeld zwischen der Solidargemeinschafts-Finan-  uns klar machen, dass die „nicht sichtbar zu machende ärztliche
           zierung im deutschen Gesundheitswesen und dem Tätigkeits-  Könnerschaft nicht zu ersetzen ist durch strikte organisatorische
           prozess unter marktwirtschaftlicher Orientierung in allen Sek-  und formalisiertere Regeln, also sukzessive Deprofessionalisie-
           toren erfordert Diskussion und ich bin unserem Ärztekammer-  rung der Medizin“ (Quelle: s.o.), dann „holen wir uns - langsam -
           präsidenten sehr dankbar, diese angeschoben zu haben.  den Arzt zurück“.
           Die ärztliche Position wird in einer „einmaligen und unverwech-  Im März 2026 wurde in der Deutschen Gesellschaft für Neurolo-
           selbaren Situation“ eingenommen und in dieser Position „for-  gie (DGN) eine Kommission „Ambulante Neurologie“ gegründet,
           males Sachwissen mit praktischem Handlungswissen zu einer   zu deren Co-Sprecherin ich ernannt wurde. Das DGN-Präsidium
           Beurteilungskunst zusammengefügt“ (Prof. Giovanni Maio, Ärz-  hat in der Gründungsversammlung als ein Ziel der Kommission
           teblatt MV 2/2024, Jg.34). Daraus ließe sich schlussfolgern, dass   benannt, dass „das Denken und fachübergreifende Beraten bei
           jeder von uns und in jedem praktischen Einzelfall zahlreiche   komplexen Fällen“, was oftmals neurologische ambulantsensi-
           Aspekte kunstfertig zusammenfügt, priorisiert entsprechend   tive Fälle im stationären Rahmen kennzeichnet, gefördert wer-
           der uns in diesem Entscheidungsmoment auszeichnenden Ver-  den muss. Allein in diesem Teilaspekt wird klar, dass ärztliches
           antwortlichkeiten.                                   Arbeiten in allen Sektoren marktwirtschaftlicher Prozessopti-
           Wir können also letztlich frei bestimmen, wie wir unser ärztli-  mierung standhalten muss und wir es verinnerlicht haben. In
           ches Handeln ausführen! Erleichternd sind Regeln - wie z. B.   der Verteidigung des ärztlichen Ethos in der Medizin sehe ich
           Leitlinien - erschwerend sind Vorschriften - wie z. B. Medikati-  hier meine Aufgabe und werde mich für Beurteilungskunst und
           onskataloge. Bedenklich ist fehlende Delegierbarkeit aus Per-  Sinnhaftigkeit medizinischen Handels in gesamtgesellschaftli-
           sonalnot. Besorgniserregend ist finanzieller Druck.  cher Verantwortung einsetzen.
           Im ärztlichen Schulterschluss sollte es uns möglich sein, exzel-
           lent fortgebildet und ethisch - moralisch fest in unserer Berufs-                         Dr. Katrin Kreiner,
           ordnung verankert Entscheidungen zu treffen. Und wenn wir                                Ribnitz-Damgarten


       Seite 210                                                                     ÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
   5   6   7   8   9   10   11   12   13   14   15