Page 33 - Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Juni 2026
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AUS DER KAMMER
Der Präsident stellt die Umfrage vor und signalisiert Dieser Arzt aus der Nähe von Prohn schlägt vor,
Gesprächsbereitschaft. dass die Evaluation eng an die Weiterbildung
geknüpft wird. Fotos: ÄKMV
„Ich hatte tolle Weiterbilder“,
erzählt diese junge Ärztin aus
Greifswald.
man es schafft, die Leute in schwierigen Phasen schon frühzeitig „Wenn eine Einrichtung schlecht bewertet wird, dann kann sie
mit sozialen Maßnahmen zu unterstützen, ist es einfacher, seinen eben keine Ärzte in Weiterbildung bekommen“, sagte er und reg-
Weg zu finden“, sagte die 35-Jährige. Diesen fand sie vor allem te in diesem Zusammenhang an, diese anonyme Evaluation
dank motivierender Kollegen, die ihr die Angst vor dem riesigen zeitverzögert durchzuführen, um die Neutralität zu wahren. Es
Fachgebiet Allgemeinmedizin genommen haben. „Ich hatte hier sei ansonsten zu offensichtlich, von wem die Bewertung kom-
in Stralsund ganz tolle Weiterbilder, die ich mir selbst gesucht me. Er plädiere außerdem dafür, digitale Weiterbildung durch
habe“, erzählte sie weiter. Diese hätten immer Verständnis für die Kammer zu zentralisieren. Das ließe sich vielleicht über die
ihre familiäre Situation gezeigt, das habe ihr bei der Entschei- WBO regeln, schlug er vor.
dung geholfen, hier zu bleiben. Dr. Placke kündigte angesichts der vielseitigen und auch immer
Das Thema Weiterbildung beschäftigte viele Anwesende. Eine wieder vorgebrachten Probleme an, dass „wir gegenüber der
Kinderärztin aus der Region berichtete, dass die Weiterbil- Politik einen Gang hochschalten müssen.“ Aktuell sei es die Auf-
dungsstellen in der Pädiatrie laut Bundesverband noch ein Mal gabe, die Rahmenbedingungen für die Weiterbildung so zu ge-
gekürzt worden seien. Für 2027 seien alle Stellen besetzt. „Wie stalten, dass sie weiterhin gut möglich ist. Konkretes Beispiel:
sollen wir weiterbilden, es wird nicht gefördert, obwohl der am- die Gastroenterologie, die als Leistungsgruppe ausgewiesen
bulante Bereich in der Pädiatrie so wichtig ist“, fragte sie. wird. „Technische Fertigkeiten sollten, zeitlich und örtlich flexibel,
Mit der Öffnung der Landarztquote auch für die Zahnmediziner da erworben werden können, wo eine entsprechend hohe Zahl an
und Apotheker versucht die Landesregierung junge Fachkräfte Untersuchungen anfällt. Es geht um den Erwerb der Kompetenz
nach der Approbation ans Land zu binden. Ein Kammermitglied und nicht um das Absitzen von Zeiten“, so Placke. Dazu müssen
regte an, dass die Quote auch für Fachärzte geöffnet werden noch Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV)
sollte. Es sei völliger Quatsch schon zu Beginn zu verlangen, geführt werden. Ein weiteres Beispiel ist die Pädiatrie, wo die
dass sich junge Menschen in so einem frühen Stadium schon Kammer die Kinderklinken in Rostock, Greifswald und Neu-
festlegen. Hinsichtlich der Weiterbildung sieht er den Staat in brandenburg vollbefugt habe, Weiterbildungsabschnitte auch
der Pflicht: „Ausbildung in Deutschland ist schon immer steuerfi- im ambulanten Bereich zu erbringen.
nanziert.“ Wenn das nicht auf die Weiterbildung zutreffe, dann Insgesamt ist diese dritte Veranstaltung mit einem konstruk-
bekomme man am Ende des Studiums eben nur „Omnilogen“, tiven und dialogbereitem Publikum zu Ende gegangen. Am
aber keine spezialisierten Fachkräfte. 3. Juni 2026 ist der Präsident zu Gast in Wismar.
Interessante Aspekte brachte ein junger niedergelassener Arzt
in der Nähe von Prohn in die Diskussion. Seiner Meinung nach Katarina Sass
müsse die Evaluation an die Weiterbildung geknüpft sein.
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A AUSGABE 6/2026 36. JAHRGANG Seite 233
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