Page 32 - Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Juni 2026
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AUS DER KAMMER



           Motivierende Worte und Arbeitsaufträge

           für die Kammer




           „Ärztekammer im Dialog“ am 15. April in Stralsund




           Der Präsident Dr. Jens Placke tourt mit der Veranstaltungsreihe   Dialog Sundnetz-Ärztegemeinschaft-Helios vor. Die Corona-Pan-
           „Ärztekammer im Dialog“ weiter durch das Land und machte   demie war oft der Auslöser für derartige Kooperationen.
           am 15. April 2026 Halt in Stralsund. In der Störtebecker Braue-  Leonard Mathias, u.a. Mitglied im Ausschuss der Jungen Ärztin-
           rei diskutierten an diesem Abend Kammermitglieder aus dem   nen und Ärzte in der Kammer, nahm die Perspektive seiner Ge-
           Landkreis  Vorpommern-Rügen  über  die  Gesundheitsversor-  neration ein. Die Bedürfnisse hätten sich verschoben, eine 50-
           gung und trugen Wünsche und Kritik an die Kammer heran.   bis 60-Stundenwoche sei nicht mehr selbstverständlich, zumal
           Neben Dr. Placke waren Leonard Mathias, Dr. Kathrin Stricker   die Allgemeinmedizin immer weiblicher werde, sagte der Fach-
           sowie als regionale Ver-                                                            arzt für Allgemeinmedi-
           treter Dr. Inkeri Beland                                                            zin. In die Phase einer
           sowie Prof. Dr. Carsten                                                             Praxisübernahme würde
           Christof  Bödecker  auf                                                             oft  die  Familiengrün-
           dem Podium zu Gast.                                                                 dungsphase fallen. Er
           In  dem  Landkreis  sehen                                                           brachte den Vorschlag
           laut (nicht  repräsentati-                                                          ein, dass sich mehrere
           ver) Umfrage „nur“ 64                                                               Ärzte einen Kassensitz
           Prozent der Teilnehmer                                                              teilen könnten, „ich bin
           der Arztberuf noch als                                                              mir sicher, dass das funk-
           freien Beruf. Das ist im                                                            tionieren kann“, sagte er.
           Vergleich zu Pasewalk                                                               Dr. Kathrin Stricker erklär-
           und Ludwigslust zwar ein                                                            te, wie der Klebeeffekt bei
           recht positives Ergebnis,                                                           ihr eingesetzt habe. Sie
           täuscht jedoch nicht dar-                                                           habe sich nach einer Wer-
           über hinweg, dass jeder                                                             bung bewusst für Greifs-
           bzw. jede Zweite sich                                                               wald als Studienstandort
           durch Bürokratie, Vor-  Im Podium: Dr. Jens Placke, Dr. Kathrin Stricker, Leonard Mathias,    entschieden und sei ge-
           schriften,  Regularien  so-  Dr. Inkeri Beland und Prof. Carsten Ch. Bödeker.       blieben, nicht nur wegen
           wie durch die Politik, Kas-                                                         der „tollen Landschaft und
           sen und Behörden eingeschränkt fühlt. Das hat Einfluss auf die   der Freizeitmöglichkeiten“. Inzwischen habe sie hier auch ihre Kin-
           medizinische Versorgung, die immerhin von 83 Prozent als ge-  der bekommen und ist sesshaft geworden. Dass dies kein Einzel-
           fährdet in der Region bewertet wird. An der Spitze aller Probleme   fall ist, zeigt auch das Beispiel einer jungen Ärztin aus dem Publi-
           steht auch hier der Personalmangel (65 Prozent). Dr. Placke, der   kum, die im Laufe der Veranstaltung das Wort ergriff und eine
           die Ergebnisse einordnete, bat daher noch einmal ausdrücklich   Lanze für ihre Kolleginnen und Kollegen während der Weiterbil-
           um Wünsche und Forderungen an die Kammer.            dungszeit brach. Gebürtig in Brandenburg folgte sie ebenfalls
           Was auffällt: Hier, fernab von Rostock und der Landeshauptstadt   den Ruf nach Greifswald und befindet sich nun kurz vor ihrem
           Schwerin, haben sich bereits Weiterbildungsverbünde bzw. Ko-  Abschluss zur Fachärztin für Allgemeinmedizin. Dabei sei es nicht
           operationen zwischen stationären und ambulanten Ärztinnen   immer einfach gewesen, denn die Weiterbildung sei vor allem
           und Ärzten etabliert, auch wenn es viel Kraft erfordere die gegen-  eine Geldfrage. Sie wurde unterstützt, als sie entschied schon
           seitige Kommunikation aufrechtzuerhalten, führte Dr. Inkeri Be-  während des Studiums Kinder zu bekommen. „Das hat mir ein
           land aus. Sie stellte die bereits existierenden Dialogformate wie   gutes Setting verschafft“. Ein weiterer Pluspunkt: die kostenfreien
           die Ärztegemeinschaft Stralsund, die Qualitätszirkel sowie den   Kitaplätze in M-V. „Das verwurzelt natürlich immer mehr. Wenn


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