Page 8 - Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Mai 2026
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WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG




           kalisiert war und nicht auf unspezifische Oberflächenbindung   3. Funktionelle Wirksamkeit der übertragenen RNAs
           zurückzuführen ist. Zusammen liefern beide Methoden einen   Die funktionelle Relevanz der mittels ExoNephX transfizierten
           robusten Nachweis für die hohe Effizienz des Exosomen-basier-  RNA wurde durch gezielte Knockdown-Experimente von spezi-
           ten RNA-Transfers (Abb. 2C). Darüber hinaus beobachteten wir   fischen Proteinen intensiv untersucht. Nach Behandlung mit
           eine klare Dosis- und Zeitabhängigkeit der Exosomen-basierten   siRNA-beladenen Exosomen zeigte sich eine signifikante Re-
           RNA-Aufnahme. Mit zunehmender Exosomen-Konzentration   duktion der Expression der jeweiligen Zielproteine. Darüber
           nahm die Intensität des intrazellulären Fluoreszenzsignals kon-  hinaus führte die Behandlung mit Exosomen, die mit einer Vor-
           tinuierlich zu. Auch bei längeren Inkubationszeiten blieb die   form der miR-21 (pre-miR-21) beladen waren, zu einem deutli-
           Zellviabilität erhalten, ohne dass morphologische Veränderun-  chen Anstieg der Expression reifer miR-21 in den behandelten
           gen oder Hinweise auf zelluläre Toxizität beobachtet wurden,   Podozyten. Die beobachteten Effekte waren ausgeprägter als
           was das enorme Potenzial der Methode noch weiter unter-  jene, die mit konventionellen Transfektionsmethoden in die-
           streicht.                                            sem Zelltyp erzielt werden konnten. Zusammengenommen

















































           Abbildung 2: Charakterisierung RNA-beladener Exosomen und Analyse ihrer Aufnahme in Podozyten. (A) Isolierte Exosomen wurden direkt mit
           RNA beladen und anschließend mittels Elektronenmikroskopie analysiert, um Morphologie, Größe und strukturelle Integrität der Vesikel zu beur­
           teilen. Dargestellt sind homogene Exosomen mit einer typischen Größe von 20­80 nm ohne Hinweise auf Aggregation. Maßstab = 100 nm. (B) Po­
           dozyten wurden mit RNA­beladenen Exosomen inkubiert und die intrazelluläre Lokalisation der aufgenommenen RNA mittels Fluoreszenzmikros­
           kopie untersucht. Die Cy3­markierte miRNA ist überwiegend im Zytoplasma mit perinukleärer Anreicherung lokalisiert. Magenta = exosomale
           Cy3­markierte miRNA; Gelb = F­Aktin; Grün = Zellmembranmarker CD9; Blau = Zellkerne. Maßstab = 20 µm. (C) Zur quantitativen Analyse der RNA­
           Aufnahme und zur Validierung der intrazellulären Lokalisation wurde bildgebende Durchflusszytometrie eingesetzt. Dargestellt ist die nahezu
           vollständige Transfektion der Podozytenpopulation sowie die intrazelluläre Verteilung des Fluoreszenzsignals. HF = Hellfeld; Rot = exosomale Cy3­
           markierte miRNA. Maßstab = 10 µm.


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