Page 11 - Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Mai 2026
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AUS DER KAMMER
Treffen der Transplantationsbeauftragten
in Mecklenburg-Vorpommern – Netzwerk-
bildung als Schlüssel für die Zukunft
Auf Initiative des Präsidenten der Ärztekammer Mecklen- Dr. Sandra Loder von der DSO berichtete über einen deutli-
burg-Vorpommern Dr. Jens Placke sind am 19. März 2026 elf chen Rückgang der Spenderzahlen in der Region Nord-Ost in
Transplantationsbeauftragte und -verantwortliche aus dem den Jahren 2024 und 2025, dessen Ursachen bislang unklar
Bundesland zu einem gemeinsamen Austausch in der Kam- sind. Erfreulich sei jedoch, dass die Zustimmungsrate zur Or-
mer zusammengekommen. Neben den großen Kliniken in ganspende in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu an-
Rostock und Greifswald nahmen auch Vertreterinnen und deren nordostdeutschen Regionen überdurchschnittlich
Vertreter kleinerer Häuser teil, darunter aus Demmin, Grim- hoch sei – die Gründe hierfür lassen sich nur erahnen. Den-
men, Hagenow, Pasewalk und Güstrow. Ziel des Treffens war noch liegen die Transplantationszentren in Mecklenburg-Vor-
es, aktuelle Entwicklungen der Organspende zu beleuchten, pommern in der Rangliste der realisierten Organspenden
Herausforderungen und Probleme zu besprechen und die Zu- weiterhin im unteren Bereich – während das in Dresden aktu-
sammenarbeit untereinander, aber auch mit der Deutschen ell Spitzenreiter ist. 2026 sei mit bislang fünf Spenden jedoch
Stiftung Organtransplantation (DSO) in M-V zu stärken, deren gut angelaufen. Auf der Warteliste für Organe stehen derzeit
Landesvertreterinnen ebenfalls zu Gast waren. 201 Patientinnen und Patienten aus M-V.
In einem Kurzvortrag skizzierte Prof. Sebastian Hinz von der Prof. Dr. Claus-Dieter Middel, extra angereist aus Berlin, wo er
Universitätsmedizin Rostock den derzeitigen Stand der bei der Bundesärztekammer (BÄK) den Geschäftsbereich
Transplantationsmedizin. Er betonte die Bedeutung einer en- „Transplantationsmedizin“ leitet, stellte die geplante Weiter-
geren Netzwerkbildung und erinnerte daran, dass transplan- entwicklung der Qualifikation der Transplantationsbeauf-
tierte Nieren in der Regel in der Region bleiben – „hier ent- tragten vor. Bereits 2015 wurde ein entsprechendes Curricu-
nommen, hier transplantiert“. Zudem verwies er auf den en- lum eingeführt, das im Jahr 2025 überarbeitet und an neue
gen Zusammenhang zwischen erfolgreicher Nierentransplan- Anforderungen angepasst wurde. Darüber hinaus wurden
tation und der Weiterentwicklung spezialisierter Zentren wie wichtige strukturelle Ziele beschrieben. Dazu zählen der Auf-
des Leberkrebszentrums. bau und die Stärkung von Netzwerkstrukturen zwischen
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