Page 35 - Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Mai 2026
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AKTUELLES
App-gestützte Unterstützung für Menschen
mit Demenz und Angehörige
Menschen mit Demenz, die zu Hause leben, und ihre pflegen-
den Angehörigen stehen im Mittelpunkt des Forschungspro-
jekts „living@home“. Das vom Deutschen Zentrum für Neuro-
degenerative Erkrankungen (DZNE) koordinierte Konsortium
erprobt ein digitales Unterstützungsangebot, das die häusli-
che Versorgung stabilisieren soll. Gefördert wird das Vorha-
ben durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundes-
ausschusses (G-BA) bis Ende 2028 mit rund 5,5 Mio. Euro. Die
Projektleitung liegt bei PD Dr. Dr. Bernhard Michalowsky,
Gruppenleiter am DZNE Rostock/Greifswald. Die Entwicklung
des digitalen Systems erfolgt in Zusammenarbeit mit dem
KIT, AG XY..
In Deutschland leben schätzungsweise 1,8 Mio. Menschen mit
Demenz. Die meisten werden im häuslichen Umfeld von Ange-
hörigen versorgt, die im Durchschnitt mehr als 35 Stunden
informelle Pflege pro Woche leisten. Diese Aufgabe ist häufig
mit erheblichen körperlichen und psychischen Belastungen
verbunden. Vor diesem Hintergrund setzt das Projekt auf eine
niedrigschwellige, digital unterstützte Begleitung, die Betrof-
fenen ein möglichst langes Leben in der vertrauten Umge-
bung ermöglichen soll. In Mecklenburg-Vorpommern rekrutiert die Gedächtnisambu-
Kern des Ansatzes ist die Betreuung durch speziell qualifizier- lanz der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychothe-
te Pflegefachpersonen („Angehörigenpflege-Experten“) an Ge- rapie der Universitätsmedizin Rostock die Studienteilneh-
dächtnisambulanzen. Ergänzend kommt eine App zum Ein- menden, unter der Leitung von Prof. Dr. med. Stefan Teipel.
satz, über die pflegende Angehörige ihre aktuelle Situation – Untersucht wird unter anderem, ob das Angebot die Belas-
etwa Belastung oder Pflegeerfahrungen – dokumentieren und tung der Angehörigen reduziert, die Lebensqualität der Betei-
bei Bedarf per Chat oder Video mit der zuständigen Fachper- ligten verbessert und sich das Versorgungsmodell langfristig
son Kontakt aufnehmen können. Zudem stellt die Anwendung in die Praxis übertragen lässt.
Informationen zur Erkrankung sowie praktische Hinweise für
den Pflegealltag bereit. Haben Sie weitere Frage oder haben Sie Inter-
Das Konzept baut auf Erfahrungen aus dem vom DZNE entwi- esse als Praxis an der Studie teilzunehmen?
ckelten Dementia Care Management auf, legt jedoch einen Nehmen Sie gerne Kontakt über den QR-Code
stärkeren Fokus auf die Bedürfnisse pflegender Angehöriger. auf.
Durch die digitale Anbindung soll eine engmaschigere und
schneller verfügbare Unterstützung ermöglicht werden als Nikola Stojkovic, Studienarzt,
durch ausschließlich geplante Hausbesuche. Universitätsmedizin Rostock
In die Studie werden mehr als 500 Dyaden aus Menschen mit Dr. Stefanie Köhler,
Demenz und ihren pflegenden Angehörigen eingeschlossen, Universitätsmedizin Rostock, DZNE Rostock
die über einen Zeitraum von zwölf Monaten begleitet werden. Prof. Dr. med. Stefan Teipel, Projektleitung,
Die Umsetzung erfolgt über fünf Gedächtnisambulanzen in Universitätsmedizin Rostock, DZNE Rostock
Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Priv.Doz. Dr. Dr. Bernhard Michalowsky,
Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Projektleitung, DZNE Greifswald
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